Tag Archives: Familie

Save the Date: Tagung 3./4.11.2017 “Familiengründung mit Hilfe Dritter” plus Mitgliederversammlung DI-Netz

Am Freitag, den 3.11. und Samstag, den 4.11.2017 wird in Göttingen eine interdisziplinäre Tagung stattfinden, die auch für Familien und Kinderwunschpaare interessant ist.

Im Zentrum steht die assistierte Reproduktion – die Familiengründung mit Hilfe Dritte. Aus Sicht von Medizin, Ethik, Recht, Beratung und aus der lebensweltlichen Perspektive von Personen, die eigene Erfahrungen mit dem Tagungsthema haben, sollen verschiedene Verfahren assistierter Reproduktion in den Blick genommen werden.

Veranstaltet wird die Tagung von den Medizinethikerinnen Prof. Dr. Claudia Wiesemann und Dr. Katharina Beier der Universität Göttingen, zusammen mit DI-Netz (vertreten durch Claudia Brügge) und Petra Thorn von BKiD.

Für DI-Netz ist das Tagungskonzept ganz besonders: Wir werden den zweiten Konferenztag – der sich dem Thema Familien nach Samenspende widmet – wesentlich mitgestalten. Die Lebenswirklichkeit unserer Familien steht dabei im Zentrum, und einige Mitglieder und Ehrenmitglieder aus dem DI-Netz werden am Samstag eigene Workshops und Vorträge anbieten. Wir hoffen, dass viele Familien – Eltern und gern mit Kindern – anreisen können. Alle Erwachsenen sind eingeladen, eine Reihe von Vorträgen und Workshops zu besuchen und mitzudiskutieren (während die Kids sich nebenan kennenlernen, miteinander spielen oder einfach zusammensitzen können).

Im Anschluss an die Tagung wird am Nachmittag unsere diesjährige Mitgliederversammlung des DI-Netzes stattfinden. Also: Bitte alle schon mal den Termin 3./4.November vormerken!

 

Dabeisein: Gründung einer überregionalen Gruppe für Familien nach Samenspende – Kinder nach 2014 geboren?

Es soll eine neue überregionale Gruppe von Familien nach Samenspende gegründet werden, die sich etwa einmal im Jahr über ein verlängertes Wochenende in einer Jugendherberge trifft.

Optimale Gruppengröße ist vielleicht 10 bis 13 Familien. Die Kinder sollten in etwa gleich alt sein, die Altersspanne zwischen ihnen höchstens bis zu 4 Jahren (wegen der gemeinsamen Freizeitaktivitäten der Kinder, die noch möglich sein sollten ). – Die erste Familie dieser neuen Gruppe hat jetzt ein dreijähiges  Kind und einen Säugling, eine weitere ein zweijähriges Kind, eine andere ein dreijähriges…. —- Gibt es noch weitere interessierte DI-Familien? Meldet Euch bitte.

DI-Netz kann solche überregionalen Gruppentreffen in Jugendherbergen nur empfehlen. Es gibt bereits ein paar von diesen Gruppen im DI-Netz – mit älteren Kindern. Und wir machen damit gute Erfahrungen! Solche Wochenenden bieten uns eine gute Möglichkeit, mit anderen Familien, die mit Hilfe einer Samenspende entstanden sind, in Kontakt zu kommen und zu bleiben und eine schöne Zeit miteinander zu verbringen. Die Kinder lernen einander kennen, finden die gemeinsamen Aktivitäten meist großartig, und sie werden miteinander groß. Auch die Eltern haben mal Zeit zum Austausch und zur Freizeit mit anderen Eltern und Kindern.

Diejenigen, die Interesse haben an dieser neuen überregionalen Gruppe  – für Familien mit Kindern, die seit etwa 2014 geboren sind – können sich gern über meine Email-Adresse dafür anmelden:

Claudia Brügge (Vorsitzende DI-Netz e.V.) : claudia.bruegge[at]di-netz.de

Weitere Unterstützung bei der Gruppengründung biete ich gern an, falls dies gewünscht ist.

 

Offener Brief zur “Woche für das Leben 2017”

Die bundesweite Kirchen-Aktion “Woche für das Leben” (28.4. – 6.5.) hatte in diesem Jahr das Motto “Kinderwunsch – Wunschkind – Designerbaby”. Zum Motto und zur Begleitbroschüre gab es von mehreren Seiten Kritik. Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Peter Dabrock forderte zu mehr Sensibilität und Verständnis gegenüber Kinderwunschpatienten auf.

Auch das DI-Netz hat sich wegen des “Grundsatzbeitrages” des Moraltheologen Prof. Johannes Reiter mit einem “Offenen Brief” an die Kirchenvertreter gewandt:

Sehr geehrter Herr Landesbischof Bedford-Strohm, sehr geehrter Herr Kardinal Marx, sehr geehrter Herr Prof. Reiter,

mit großem Interesse hat der Verein „DI-Netz e.V. – Familiengründung mit Spendersamen“ von der „Woche des Lebens 2017“ Kenntnis genommen. Unser Verein steht mit über 300 Familien in Kontakt, die mit Spendersamen (Donogene Insemination, DI) gegründet wurden, und vertritt deren Interessen deutschlandweit und darüber hinaus.

In unserem Netzwerk sind viele Familien, die den christlichen Glauben leben. Unser Ziel ist, dass unsere Kinder selbstbewusst mit ihrer Form der Entstehung umgehen und dass ihre soziale Umgebung, einschließlich der Gesellschaft insgesamt, dieser Form der Familiengründung mit Respekt und Wohlwollen begegnet. Dabei stellen wir immer wieder fest, dass das Wissen über die tatsächliche Situation von DI-Familien gering und nicht selten von Vorurteilen geprägt ist. In diesem Sinne haben uns auch Teile des einführenden Grundsatzbeitrages von Prof. Reiter im Begleitheft zur „Woche für das Leben“ 2017 irritiert. Im Folgenden möchten wir gerne einigen Zitaten aus diesem Beitrag unsere Sicht der Dinge gegenüberstellen.

Auf Seite 6 bis 7 des Themenheftes heißt es: „Als Grund für eine heterologe Insemination wird angeführt: Das Kind sei – anders als bei einer Adoption – wenigstens mit einem Elternteil verwandt. Die Vorbehalte werden im Hinblick auf das Wohl des Kindes vorgebracht, das durch die Trennung von genetischer, leiblicher und sozialer Elternschaft gefährdet sei. Kann das Kind erfüllen, was sich die Eltern nach all dem Aufwand von ihm erhoffen? Hat es sogar eine Dankespflicht gegenüber seinen „Herstellern“? Es ist auch denkbar, dass sich der Ehemann als lediglich sozialer Vater von dem Kind distanziert, insbesondere bei dessen ungünstiger Entwicklung.

Hierzu möchten wir zunächst folgendes anmerken:

Vermeintliche Gefährdung des Kindeswohls:

Nach unserer Erfahrung wachsen Kinder aus Samenspende ohne psychosoziale Beeinträchtigungen auf, sofern die Eltern sie frühzeitig über die Art ihrer Entstehung aufklären und die Eltern diese Form der Familiengründung reinen Herzens wählen. Dazu gibt es mittlerweile auch reichlich Belege in der Fachliteratur – die in den Literaturangaben des Themenheftes allerdings nicht genannt sind. Den Wunscheltern steht eine Fülle an Beratungsmöglichkeiten bereit, um sich mit den besonderen Anforderungen der Familiengründung mit Spendersamen vertraut zu machen. Gleichwohl kann man nie ausschließen, dass sich zumindest ein Elternteil nicht voll mit der DI identifiziert. Doch je mehr das gesellschaftliche Umfeld die Samenspende als respektable Form der Familiengründung akzeptiert, desto geringer dürften auch die Vorbehalte der Eltern sein.

Erfüllung der Hoffnungen der Eltern, „Dankespflicht“:

Aus diesen Formulierungen sprechen unserer Ansicht nach groteske Vorstellungen von Elternschaft nach Samenspende. Die Eltern im Umfeld unseres Vereins jedenfalls führen ein ganz normales Familienleben. Die Vorstellung, unsere Kinder unter Erwartungsdruck zu setzen, als vermeintliche „Gegenleistung“ für den Aufwand der Kinderwunschbehandlung, ist befremdlich. Gleiches gilt für eine „Dankespflicht“. Ein jedes Kind, egal welcher Herkunft, sollte seinen Eltern möglichst dankbar sein können für das, was es im Laufe seines Lebens von ihnen bekommt. Aber Kinder stehen ihren Eltern gegenüber in keiner Bringschuld für ihre Zeugung. Darüber hinaus empfinden wir es als despektierlich, Eltern gleich welcher Schattierung als „Hersteller“ zu bezeichnen.

Mögliche Distanzierung des sozialen Vaters von seinem Kind:

Solche Distanzierungen sind in der Tat möglich – aber uns sind keine Studien bekannt, die belegen würden, dass Distanzierungen dieser Art bei DI-Vätern häufiger auftreten als bei leiblichen Vätern. Erfahrungen im Umfeld unseres Vereins zeigen im Gegenteil ausgesprochen enge Verhältnisse zwischen den Kindern und ihren sozialen Vätern.

In dem „Grundsatzbeitrag“ heißt es weiter:

Man möchte die heterologe Insemination daher nur unter bestimmten Bedingungen zulassen: umfassende psychosoziale Beratung des Ehepaares vor der Behandlung, das Kind hat nach Ablauf des 16. Lebensjahres ein Auskunftsrecht über seine Herkunft, kein Entgelt für den Samenspender, keine Verwendung von Samengemischen.

Zu den hier postulierten Voraussetzungen der Zulässigkeit einer Samenspende stellen wir fest:

Psychosoziale Beratung des Paares:

DI-Netz hält zertifizierte Beratung von Wunscheltern für wichtig, damit sie sich über die besonderen Aspekte der Familiengründung durch Spendersamen im Klaren sind. Und wir freuen uns, dass auch wir vom DI-Netz den Kinderwunschpaaren und Familien an dieser Stelle bereits viel Unterstützung anbieten können.

Auskunftsrecht des Kindes:

DI-Netz tritt uneingeschränkt für ein Auskunftsrecht der Kinder über ihre Herkunft ein. Aus diesem Grund lehnt DI-Netz anonyme Samenspenden ab. Dieses Recht ist im Übrigen auch höchstrichterlich bestätigt, und seine Inanspruchnahme erfordert kein Mindestalter des Kindes. Leider sind manche Kinderwunschpraxen nur eingeschränkt bereit, diesem Recht zur Geltung zu verhelfen.

Kein Entgelt für den Samenspender:

Wir sehen keine stichhaltigen Argumente gegen eine Aufwandsentschädigung für Samenspender. Zwar könnte man vermuten, dass es die Kinder emotional belasten könnte, wenn sie erführen, dass der Samenspender finanzielle Motive verfolgte. Aber zum einen zeigt sich in Befragungen von Samenspendern, dass der Wunsch, kinderlosen Familien zu helfen, für viele ein wichtiges Motiv ist. Zum anderen spielen die Motive des Samenspenders nach unserer Erfahrung für die seelische Gesundheit des Kindes eine völlig untergeordnete Rolle. Im Übrigen sind mit einer Samenspende derart umfangreiche Befragungen, Tests und persönlicher Aufwand verbunden, dass sie ein so geringes Entgelt (etwa 100€), wie es in Deutschland für den „Spender“ gezahlt wird, unserer Auffassung nach vertretbar erscheinen lassen.

Keine Verwendung von Samengemischen:

Dies lehnt auch DI-Netz ab, da der genetische Vater dann nicht mehr ohne weiteres identifizierbar wäre. In deutschen Kinderwunschpraxen werden auch keinerlei Samengemische verwendet. Diese Vorgabe wurde in Deutschland längst in der Berufsordnung der Reproduktionsmediziner verankert.

Weiterhin heißt es auf Seite 10 des Grundsatzbeitrags: „Die Fortpflanzungsmedizin mag sich in einigen wenigen Fällen als heilsam erweisen, in anderen Fällen ist sie jedoch zweifelhaft, in einigen extremen Anwendungen eine Tat menschlicher Hybris. Insgesamt scheinen die Probleme, die sie erzeugt, größer als jene, die sie löst.

Ein „Sammelfazit“ ist unseres Erachtens ungeeignet, den ganz unterschiedlichen Formen der Reproduktionsmedizin gerecht zu werden. Jedenfalls erweist sich die Familiengründung mit Spendersamen unserer Erfahrung nach in sehr vielen Fällen als heilsam, und möglichen Problemen ist durch eine gute gesetzliche Regulierung und Reflexion der Beteiligten gut beizukommen. Ein Großteil der Probleme resultiert aus der noch mangelnden gesellschaftlichen Akzeptanz dieser Form der Familienbildung, an der auch die Kirchen ihren Anteil haben mögen.

Seite 13: „Bei seiner Ablehnung sämtlicher Methoden der Fortpflanzungsmedizin im homologen ebenso wie im heterologen System beruft sich das katholische Lehramt im Wesentlichen auf die Würde der ehelichen Fortpflanzung (Auflösung des Zusammenhangs von Liebe und Zeugung) und auf die Gefährdung der Würde und der Rechte des Kindes (Geschenk der Liebe und nicht Produkt einer Labortechnik).“

Wir erkennen bei der Samenspende nur eine Auflösung des Zusammenhangs zwischen rein körperlicher Liebe und Zeugung, wobei der soziale und rechtliche Vater bei der donogenen Insemination durchaus anwesend ist. Und nur durch seine Zustimmung und die seiner Frau kommt die Samenspendebehandlung erst in Gang. Ausschlaggebend für die Elternschaft ist aus unserer Sicht in erster Linie die emotionale Liebe der Partner zueinander und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung für das Kind zu übernehmen. Insofern ist auch ein Kind aus Samenspende ein Geschenk der Liebe, und wir sehen die Rechte und die Würde des Kindes nicht gefährdet. Die Gabe des Samenspenders ist aus unserer Sicht immer auch ein Akt mitmenschlicher Solidarität und Nächstenliebe.

Sollten die zentralen Stellungnahmen der großen deutschen Kirchen zum ausgesprochen dynamischen Gebiet der Reproduktionsmedizin im Allgemeinen und zur Samenspende im Besonderen tatsächlich 30 Jahre alt sein, so raten wir dringend zu einer Aktualisierung.

1. Wir empfehlen eine Kontaktaufnahme zu Verbänden und Vereinen, in denen die betroffenen Familien vertreten sind. Im DI-Netz sind auch Experten als Ehrenmitglieder vertreten, zum Beispiel Dr. Petra Thorn (Mitglied im Deutschen Ethikrat), Dr. Tobias Fischer (Ethikexperte), Dr. Helga Müller (Rechtsexpertin), Prof. Dr. Ken Daniels (internationale Expertise).

2. Das DI-Netz ist Ihnen gern auch mit Hinweisen auf weiterführende Literatur behilflich. Es ist bereits einige Literatur aus dem angelsächsischen Raum verfügbar, an denen Fachkräfte, die seit Jahrzehnten mit dem Thema befasst sind, mitgewirkt haben. Zur Praxis der deutschen Samenbanken hat DI-Netz soeben eine eigene Studie veröffentlicht (http://www.di-netz.de/wp-content/uploads/2017/02/DI-Netz-Studie-Spendersamenbehandlung-in-Deutschland-2016-end-1.pdf)

3. Studien zur Situation in unseren Familien in Deutschland sind gerade in Arbeit. Zum einen gibt es beispielsweise die Studie von Amelie Baumann von der Universität Bremen (http://reconfiguring-anonymity.net/?page_id=42), zum anderen das größere Forschungsprojekt des Staatsinstitutes für Familienforschung in Bamberg (http://www.di-netz.de/wp-content/uploads/2017/04/Bedarfe-von-Familien-nach-Familiengr%C3%BCdnung-mit-reproduktionsmedizinischer-Assistenz.pdf).

Grundsatzfragen zu beantworten erfordert unseres Erachtens den intensiven Austausch mit Betroffenen und die Rezeption neuster Forschungsergebnisse. In diesem Sinne würden wir uns freuen, mit dieser Stellungnahme zum Denkprozess in den beiden großen Kirchen Deutschlands über die Samenspende beizutragen. Gerne stehen wir für Rückfragen bereit.

 

Bitte teilnehmen: Studie zum Bedarf von Familien nach reproduktionsmedizinischer Assistenz

Wir wissen ja längst, es mangelt noch sehr an fundierter Forschung zu unserer Art der Familiengründung, insbesondere in Deutschland.

Das Staatsinstitut für Familienforschung (der Universität Bamberg) führt jetzt – im Auftrag des Bundesfamilienministeriums – eine sehr interessante Studie durch. Die Studie soll mögliche “Bedarfe von Familien nach Familiengründung mit reproduktionsmedizinischer Assistenz” erfassen.

Befragt werden Eltern nach verschiedenen Methoden reproduktionsmedizinischer Assistenz, darunter auch Eltern nach Samenspende oder Embryonenspende.

In den (vertraulichen) Interviews sollen Eltern danach gefragt werden, wie sie die gesellschaftliche Haltung gegenüber der Inanspruchnahme der Reproduktionsmedizin erleben, inwiefern sie sich mehr Öffentlichkeitsarbeit wünschen, mit wem sie über die Zeugungsgeschichte des Kindes sprechen, und zu welchen Themen Unterstützung gewünscht wird und in welcher Form.

Interessierte können hier ein Anschreiben zur Studie ausdrucken.

DI-Netz begüßt das Anliegen dieser Studie ausdrücklich. (Endlich fragt mal jemand, was wir brauchen…). Wir empfehlen allen Eltern, denen eine Teilnahme an dieser wichtigen Studie möglich ist, sich als Interviewpartner zur Verfügung zu stellen.

Vortragsmanuskripte zur Psychologie der Samenspende und zur Aufklärung

Bei den “Kinderwunsch-Tagen” in Berlin gab es mehrere Vorträge von DI-Netz.

Davon hat DI-Netz-Vorsitzende Claudia Brügge zwei Vorträge gehalten zur “Psychologie der Familiengründung mit Samenspende” und zum “Offenen Sprechen” über das Thema.

Wir wurden in den vergangenen Wochen von verschiedenen Seiten nach den Vortragsmanuskripten gefragt. Leider gibt es die Vortragstexte noch nicht in ausführlicher Form, aber wir stellen hier wenigstens schon mal die Power Point Präsentationen für unsere Mitglieder und für die Allgemeinheit zur Verfügung. Erläuterungen zu den Darstellungen fehlen allerdings.

Claudia Brügge: “Psychologie der Familiengründung mit Samenspende”

Claudia Brügge “Offen gesprochen – über die Samenspende sprechen! Aber wie?”

Wer Fragen dazu hat oder diskutieren möchte, kann sich gern per E-Mail oder Telefon an das DI-Netz wenden: info@di-netz.de oder Tel: 0521/9679103

 

Samenspende für uns? Vorbereitungsseminare von DI-Netz – Termine für 2017

Info-Seminare 2017:

DI-Netz bietet Informationsseminare zur “Familiengründung mit Samenspende” an – für Paare und Singles, die sich gern auf die Besonderheiten dieser Art der Familiengründung vorbereiten und vorab gut informiert sein möchten.

Seminar-Orte sind Bielefeld oder Mainz. Neue Termine sind in diesem Jahr:

Samstag, den 4. Februar 2017, Mainz, 13 – 18 Uhr

Samstag, den 2. April 2017, Bielefeld, 11- 16 Uhr

Sonntag, den 3. September 2017, Bielefeld, 11-16 Uhr

Samstag, den 25. November 2017, Bielefeld, 13 -18 Uhr

Das Seminar bietet:

  • Informationen zu juristischen, medizinischen und psychologischen Aspekten der Spendersamenbehandlung
  • Informationen zur Wahl des Arztes, der Samenbank und der Spenderauswahl: Was können Sie beachten?
  • Informationen über die Entwicklung von Kindern nach Samenspende: Wie geht es den Kindern? Sollten Sie mit dem Kind später über die besondere Zeugungsart sprechen?
  • Hilfestellung bei der Überlegung, ob Sie mit Freunden, nahen Verwandten oder Außenstehenden über die Samenspende sprechen wollen.

Teilnehmerzahl: 8 – 18 Personen

Kosten:

45 Euro pro Person,
ermäßigt für Mitglieder von DI-Netz e.V. 25 Euro pro Person
Rücktritt: bis 2 Wochen vor Veranstaltungstermin, 50% Erstattung.

Konto:

DI-Netz e.V./ IBAN: DE69 7625 1020 0000 0044 99 / BIC: BYLADEM1NEA

Anmeldung:

Per Post oder via Email an info@di-netz.de oder claudia.bruegge[at]t-online.de
Bitte geben Sie Ihre Postadresse, evtl. Email und Ihre Telefon-Nummer an.
Die Anmeldung ist rechtsverbindlich, wenn der Teilnahmebeitrag überwiesen wurde. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung mit weiteren Informationen nach erfolgreicher Anmeldung.

Seminarleiter und -leiterinnen

Seminarleiter sind Eltern nach Samenspende und Mitglieder des DI-Netz e.V.

Seminare in Bielefeld:

Claudia Brügge, Jg. 67, Psychologische Psychotherapeutin, BKiD-zertifiziert für Beratung bei Gametenspende

Ulrich Simon, Jg. 65, Familientherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Seminare in Mainz:

Dr. Judith Zimmermann, Jg. 74, Fachärztin für Innere und Allgemeinmedizin, Systemische Familientherapeutin, BKiD-zetrifiziert für Beratung bei Gametenspende

Dr. Frank Zimmermann, Jg, 72, Dipl.-Kaufmann und Lehrer

Faltblatt zum Ausdrucken: seminar-familiengründung-mit-spendersamen


Informationsseminare zur Aufklärung:

“Offen gesprochen – wie können wir über die Samenspende sprechen?”

Auch bietet das DI-Netz Seminare an für Eltern, die sich mit Fragen der Aufklärung befassen wollen: Wie spreche ich mit meinem Kind über die Tatsache der donogenen Zeugung? Wie gehe ich im sozialen Umfeld (Freunde, Verwandte, Schule etc.) mit dem Thema um?

Hierzu gibt es – oft je nach Alter des Kindes – eine Reihe von Fragen, bei denen das DI-Netz gern weiterhilft:

Termine:

Samstag, den 7. Januar 2017, Bielefeld, 13 – 18 Uhr, Leitung: Dipl.-Psych. C. Brügge

Samstag, den 11. Juni 2017, Bielefeld, 13 – 18 Uhr, Leitung: Dipl.Psych. C. Brügge

Kosten:

45 Euro pro Person,
ermäßigt für Mitglieder von DI-Netz e.V. 25 Euro pro Person
Rücktritt: bis 2 Wochen vor Veranstaltungstermin, 50% Erstattung.

Anfragen gern unter claudia.bruegge[at]t-online.de oder telefonisch bei DI-Netz: 0521 – 9679103

 

Unser 2016er Flyer

Unser neuer Flyer

Hier zum Download: di-flyer-2016
… oder auf Wunsch auch per Post.

Die neuen DI-Netz-Flyer sind gern auch in größeren Mengen beim Verein zu bestellen.

Jede Menge Kritiken zum Buch “Spenderkinder”

Vor einigen Wochen ist ein Buch mit dem Titel “Spenderkinder” erschienen (Untertitel “Künstliche Befruchtung, Samenspende, Leihmutterschaft und die Folgen). Die Autoren Oelsner und Lehmkuhl führen darin ihre negativen Ansichten zur Reproduktionsmedizin aus, insbesondere zur Samenspende, und haben exemplarisch mehrere Mitglieder des Vereins “Spenderkinder” interviewt, deren “Lebensskizzen” sie in dem Buch vorstellen. Bei diesen zehn Personen handelt es sich um überwiegend spät aufgeklärte “Kinder”, die mittlerweile erwachsen sind. In knappen Fallvignetten wird erzählt, wie das Familiengeheimnis der Samenspende nach langen Jahren des Schweigens oft unter traumatischen Bedingungen gelüftet wurde. Die frühesten Aufklärungen waren seltene Ausnahme, “Eröffnungen” der Eltern als das Kind 9 oder 10 war, was heutzutage schon nicht mehr wirklich früh ist.

Unser Familiennetzwerk macht sich stark für eine echte Offenheit und Gesprächsbereitschaft von Anfang an, so wie es die frühere Generation dieser “Spenderkinder” kaum erlebt hat. Und im DI-Netz gibt es viel Wissen, wie das geht, wie Kinder und Eltern die Samenspende psychisch erleben und wie eine DI-Familie entspannt mit ihrer besonderen Geschichte umgehen kann. – So ist dies Buch auf einigen Unmut im DI-Netz gestoßen, meist wegen einer ganzen Reihe von Pauschalisierungen und Fehldarstellungen der Autoren (darunter die völlig übertriebene Zahlenangabe von angeblich jährlich 12.000 Geburten nach Samenspende in Deutschland, die auf Seite 24 ausgerechnet dem DI-Netz in den Mund gelegt wird).

Unter den Menschen, die uns geschrieben haben, wie sie das Buch finden, danken wir ganz besonders den sieben Rezensenten, die hier nun jeweils ihre Buchbesprechung für unsere Webseite zur Verfügung stellen. – Jede einzelne lohnt es sich zu lesen (dafür bitte den Namen anklicken)!

  • Die Ärztin Judith Zimmermann beschreibt das Buch auf der sozialwissenschaftlichen Rezensionsplattform “socialnet” als “ein insgesamt schlecht recherchiertes Buch, das Eltern vor einer Samenspende vermutlich eher dazu bewegen wird, größtmögliche Geheimhaltung zu betreiben, auch wenn die Autoren dafür plädieren, offen mit dieser Art der Zeugung umzugehen.” Ihrem Eindruck nach lassen die Autoren ziemlich ungeklärt, wie ein offener Umgang genau aussehen kann.
  • DI-Netz-Mitglied und langjährige Moderatorin in Kinderwunschforen B. Turner kennt die typischen Vorwürfe gegen die Samenspende und gegen die Reproduktionsmedizin nur zu gut und kritisiert markante Schlagwörter aus dem Buch.
  • Auch Ulrich Simon hat das Buch als DI-Vater und Familientherapeut gelesen und hinterfragt die Logik und Einseitigkeit der Argumentation. Aus seiner Sicht leidet die Darstellung unter einer Interessenverquickung der Autoren mit den Interviewten, einer Ignoranz gegenüber dem Feld und überzogenen Opfer-Täter-Dichotomien (- eine unnötige Frontstellung von Eltern versus Kindern).
  • Die Familientherapeutin Petra Thorn ist langjährige Expertin in Sachen Familiengründung mit Samenspende und kennt die nationale wie internationale Situation. In ihrer Buchbesprechung benennt sie wissenschaftliche, medizinische und juristische Mängel der Publikation.
  • Für den Medizinethiker Tobias Fischer besteht das “Spenderkinder”-Buch eigentlich aus zwei Büchern mit unterschiedlichen Denkansätzen, die ineinander verkeilt werden: einem Einleitungsteil, der die reaktionäre Einstellung der Autoren offenbart und einem lesenswerteren zweiten Teil mit den Interviews.
  • Die ersten Bücher in Deutschland, die Interviews mit “Kindern” aus Samenspende wiedergeben, stammen von Stephanie Gerlach. Sie ist Kennerin von Regenbogenfamilien, wo es ja eine nahezu 100prozentige Aufklärungsrate gibt. Hier wachsen also Kinder nicht mit der Lüge auf, eine Samenspende hätte nicht stattgefunden. Gerlach bemängelt an dem “Spenderkinder”-Buch, dass Kinder von lesbischen Müttern gar nicht erst vorkommen, wodurch wichtige psychologische Erkenntnismöglichkeiten verschenkt würden.
  • Last but noch least meldet sich Lena Hermann-Green in ihrem Text “Sprecht nicht in meinem Namen” zu  Wort. Sie wurde durch donogene Insemination gezeugt, würde sich selbst aber nicht als “Spenderkind” bezeichnen würde. Sie wehrt sich dagegen, wenn andere in ihrem Namen sprechen.

DI-Netz möchte den Verkauf des Buches von Oelsner und Lehmkuhl nicht fördern. Wer sich den Erwerb des Buches sparen möchte, kann sich auf der Verlags-Webseite von Fischer&Gann die ersten 70 Seiten des ebooks gratis anschauen. Mitglieder von DI-Netz können sich auch gern ein Exemplar aus der internen Vereinsbibliothek ausleihen.

Für diejenigen, die gern mehr und fundierteres von Kindern aus Samenspende erfahren möchten, lohnt übrigens noch ein wenig Warten: Neben unserer Ratgeberreihe “Offen gesprochen” entstehen in Kooperation mit unserem DI-Netz zwei richtig gute Bücher und auch ein Film, in denen “Spenderkinder” aus dem Netzwerk über sich, ihr Leben und ihre Familie erzählen. Es kommen Kinder über und unter achtzehn Jahren zu Wort – in ihrer ganzen Vielstimmigkeit.

Ratgeberreihe “Offen gesprochen” – für Eltern, die ihre Kindern aufklären wollen

Immer mehr Eltern, die ihre Familie mit Hilfe einer Samenspende gegründet haben, möchten mir ihren Kindern offen über die besondere Zeugungsgeschichte sprechen statt daraus ein Geheimnis zu machen.

Dabei helfen die verschiedenen Bände von “Offen gesprochen”, die DI-Netz herausgibt. “Offen gesprochen” geht auf eine Ratgeberreihe zurück, die Olivia Montuschi vom Donor Conception Network (GB) vor einigen Jahren geschrieben hat und die jetzt vom DI-Netz ins Deutsche übersetzt wurde. In den einzelnen Bänden werden viele konrete Hinweise gegeben, wie Eltern mit ihren  Kindern in verschiedenen Alterstufen sprechen können, und ebenfalls wie man beispielsweise im sozialen Umfeld mit dem Thema umgehen kann.

Alle sieben deutschsprachigen Bände erscheinen im Verlag FamART von Petra Thorn: Sie sind zu beziehen unter www.famart.de (DinA4, Softcover 14€/ als pdf 11€). Die englischen Originale sind erhältlich unter www.dcnetwork.org

 

Offen 1 cover

Band 1

DI-Netz (Olivia Montuschi):

“Offen gesprochen. Über die Familienbildung mit Spendersamen reden – mit Kindern bis 7 Jahre” (FamART 2014)

Übersetzung: L. Koch, K. Lüno

36 Seiten A4, Softcover Druck 978-3-9811-4104-7: 14€; PDF-Version 978-3-9811-4107-8: 11€

 

 

Offen 2 coverBand 2

DI-Netz (Olivia Montuschi):

“Offen gesprochen. Über die Familienbildung mit Spendersamen reden – mit Kindern zwischen 8 und 11 Jahren” (FamART 2016)

Übersetzung: S. Hoffmann

44 Seiten A4, Softcover Druck 978-3-9452-7514-6: 14 €; PDF-Version 978-3-9452-7515-3: 11€

 

 

Offen cover Band 3Band 3

DI-Netz (Olivia Montuschi):

“Offen gesprochen. Über die Familienbildung mit Spendersamen reden – mit Kindern zwischen 12 und 16 Jahren” (FamART 2016, erscheint bald)

Übersetzung: A. Herbst

32 Seiten A4, Softcover Druck 978-3-9452-7526-9: 14 €; PDF-Version 978-3-9452-7527-6: 11 €

 

 

Offen 4 Cover

Band 4

DI-Netz (Olivia Montuschi):

“Offen gesprochen. Über die Familienbildung mit Spendersamen reden – mit älteren Kindern ab 17 Jahren” (FamART 2016,  erscheint bald)

Übersetzung: C. Brügge

32 Seiten A4, Softcover Druck 978-3-9452-7528-3: 14 €, PDF-Version 978-3-9452-7529-0: 11€

 

 

Offen Cover Band 5Band 5

DI-Netz (Olivia Montuschi):

“Offen gesprochen. Über die Familienbildung mit Spendersamen reden – mit Freunden und Verwandten” (FamART 2016)

Übersetzung: C. Brinkmann

36 Seiten A4, Softcover Druck: 978-3-9452-7516-0: 14€; PDF-Version: 978-3-9452-7517-7: 11€

 

Der Band 6 “Offen gesprochen. Über die Familienbildung mit Spendersamen reden – in “gemischten” Familien.” und der Band 7 “Offen gesprochen – für Freunde und Verwandte” werden im nächsten Jahr 2017 erscheinen.

Zum Service für Vereins-Mitglieder: Vor zwei Jahren haben alle Mitglieder von DI-Netz bereits ein kostenloses Exemplar von Band 1 (für die Aufklärung von Kindern bis 7 Jahre) zugeschickt bekommen. In diesem Jahr erhielten alle Familien in unserem Verein ein weiteres Freiexemplar von Band 2 (für die Aufklärung von Kindern zwischen 8 und 11 Jahren).

Walter Merricks vom “Donor Conception Network” in Berlin

Walter Merricks und seine Frau Olivia Montuschi haben 1993 gemeinsam mit anderen Familien unsere englische Partnerorganisation, das Donor Conception Network, gegründet. Das DCN hat mittlerweile über 2000 Mitglieder und ist für unser deutsches DI-Netz in vielerlei Hinsicht ein Vorbild. Walter Merricks sprach letzte Woche in Berlin auf einer reproduktionsmedizinischen Tagung (MSD, “Director’s Cut”) vor etwa hundert Ärzten über das Wohlergehen von Familien nach Gametenspende.

In seinem Vortrag Donor conception families: how do they fare best?” problematisierte er die Kultur der Geheimhaltung, wie sie in der Vergangenheit vorherrschte, und berichtete darüber, was in Großbritannien von seiten der Regierung alles getan worden ist, um die Situation und die Rechte für Familien nach Gametenspende zu verbessern. Er erläuterte die große Bedeutung der Familiennetzwerke und erzählte von der vielfältigen Unterstützung, die unsere Organisationen “Donor Conception Network”, “Donor Sibling Registry” und “DI-Netz” bieten. Er zeigte auf, was Ärzte tun können, um sich für mehr Offenheit einzusetzen und gab der deutschen Politik den Rat, das Verbot der Eizellspende zu überdenken. Zum Abschluß seines Vortrages zeigte er den schönen Kurzfilm über das “Donor Conception Network”, der mit deutschem Untertitel auch auf unserer Webseite zu sehen ist.